50 Jahre Star Trek

Beam me up, Herbers!

Die Fans sind lebhaft und schreiben Fan Fiction, betreiben Cosplay oder drehen ihre eigenen Filme. Veranstaltungen wie die ,Comic Convention‘, Fan-Projekte wie das Star Trek-Wiki oder Referenzen in anderen Serien halten das Projekt Star Trek am Leben und lassen auch für kommende Generationen Entfaltungsraum – die unendlichen Weiten des Weltraums müssen schließlich noch entdeckt werden.

Dr. Martin R. Herbers
Akademischer Mitarbeiter am Lehrstuhl für Allgemeine Medien- & Kommunikationswissenschaft
 
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    Zur Person
    Dr. Martin R. Herbers

    Dr. Martin R. Herbers ist seit September 2012 am Lehrstuhl für Allgemeine Medien- und Kommunikationswissenschaft als akademischer Mitarbeiter beschäftigt. Zu seinen Arbeits- und Interessensgebieten zählen Phänomene der politischen Öffentlichkeit, politische Unterhaltungskommunikation und visuelle Kommunikation. 2013 schloss er erfolgreich sein Promotionsprojekt zur Produktion politischer Unterhaltungssendungen im deutschen Fernsehen ab.

    In den Jahren 2008 bis August 2012 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Münster auf verschiedenen Positionen und Projekten tätig.

    Von 2003 bis 2007 studierte er an der Westfälischen Wilhelms-Universität Kommunikationswissenschaft mit den Nebenfächern Psychologie und Deutsche Philologie. 

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Wie lässt sich der anhaltende Erfolg von Star Trek erklären?


Dr. Martin R. Herbers: Der Erfolg von Star Trek kann durch seine inhaltliche Offenheit und Unabgeschlossenheit erklärt werden. Als Science Fiction-Serie spielt sie in der Zukunft, die immer wieder mit neuen Geschichten gefüllt werden kann. Zugleich ist sie aber auch für das Fernsehpublikum offen und einfach zugänglich: Die Fernsehserie hat viele Figuren wie Captain Kirk oder Mr. Spock hervorgebracht, die vielen Zuschauern zumindest vom Namen her geläufig sind und die auch in anderen Zusammenhängen als bekannt vorausgesetzt werden können. Sie sind damit einfach anschlussfähig – man denke nur an Michael Herbigs Film „(T)Raumschiff Surprise“ oder den Film „Galaxy Quest“ von Dean Parisot. Dabei werden die Serie und die Figuren erfolgreich parodiert, was für breite Publika, welche die Serie nur oberflächlich kennen, anschlussfähig ist. Letztlich gibt es aber auch eingeschworene Fans, die sich aktiv über die Serie austauschen, sie fortschreiben und gemeinsam das Star Trek-Universum mit Leben füllen. Die „Trekkies“ sind ein aktives Publikum, das mit der Offenheit dieses Genres arbeitet und selbst für neue Mitglieder und Ideen offen bleibt.

Die Crew des Raumschiffes Enterprise ist eine bunte Mischung verschiedenster Nationalitäten: Neben den Amerikanern Captain James Tiberius Kirk und Dr. Leonard McCoy vervollständigt Commander Mr. Spock, ein Halbvulkanier, das Triumvirat. Chefingenieur Montgomery Scott ist Schotte, das Navigationspult bedienen ein Japaner und ein Russe, und Lieutenant Uhura als Kommunikationsoffizierin ist eine afrikanische Frau, was für den Zeitpunkt der Entstehung der Serie als durchaus fortschrittlich gelten kann.
Die Crew des Raumschiffes Enterprise ist eine bunte Mischung verschiedenster Nationalitäten: Neben den Amerikanern Captain James Tiberius Kirk und Dr. Leonard McCoy vervollständigt Commander Mr. Spock, ein Halbvulkanier, das Triumvirat. Chefingenieur Montgomery Scott ist Schotte, das Navigationspult bedienen ein Japaner und ein Russe, und Lieutenant Uhura als Kommunikationsoffizierin ist eine afrikanische Frau, was für den Zeitpunkt der Entstehung der Serie als durchaus fortschrittlich gelten kann.

Was fasziniert Menschen so sehr am Genre Science Fiction?


Herbers: Das Spannende an Science Fiction sind Gedankenspiele über die Zukunft. Und das Schöne an der Zukunft ist, dass sie offen ist und sie niemand kennen kann. Daher macht es einfach Spaß, darüber zu spekulieren, was sein könnte. Dies kann unterschiedliche Formen annehmen: Man kann technikbasiert vorgehen und imaginieren, wie der technische Fortschritt das Leben der Menschen positiv wie negativ beeinflussen wird. Man kann zudem soziale Fragen stellen: Wie würde der Kontakt etwa mit Außerirdischen unser Leben auf der Erde verändern? In diesem Zusammenhang sind auch politische Entwürfe möglich, die man in diesem Genre anreißen kann, etwa die Aufhebung sozialer Ungleichheit.


Das spekulative Element ist dabei äußerst attraktiv und findet sich ja auch in anderen Genres – etwa der fantastischen Literatur oder im Bereich der Horror Fiction. Diesbezüglich können auch leicht Verknüpfungen zu Science Fiction gelegt werden, sodass sich die Genres immer neu erfinden können und damit interessant bleiben.

Eine Serie im US-amerikanischen Zeitgeist

1966 erschien die erste Folge der Serie Star Trek im US-amerikanischen Fernsehen: Warum gerade zu jener Zeit?


Herbers: Die Serie passte in den US-amerikanischen Zeitgeist: Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges und des sogenannten „space race“ zwischen der USA und der Sowjetunion wurde das Weltall ein wichtiger Schauplatz für politische Auseinandersetzungen und militärische Bedrohungen. Gleichzeitig entwickelten sich Counterculture-Bewegungen in den USA, die für eine andere, friedliche Gesellschaft eintraten. Science Fiction-Romane waren in dieser Szene ein wichtiges Instrument des Austausches und der Verständigung, die das Weltall sowohl als Bedrohung, aber auch als Chance beschrieben und die realweltlichen Verhältnisse außerhalb der Erde reflektierten. Es gibt aber auch andere Beispiele: Robert A. Heinleins soziale Utopie „Stranger in a strange land“ etwa beschreibt neue Gesellschaftsordnungen, die erst durch den Kontakt mit Außerirdischen möglich werden. Und Frank Herberts Roman „Dune“ entwirft das Bild einer fernen Zukunft, in der die Menschheit Galaxien beherrscht und immer wieder neu entdecken muss. Star Trek ist daher eine Mischung aus sozialer und technischer Utopie, die in den USA der 1960er-Jahre gut aufgenommen wurde.

Captain James Tiberius Kirk (rechts) ist der Kapitän des Raumschiffes Enterprise. Er führt die Crew dahin, wo zuvor noch kein Mensch war. Commander Mr. Spock (links) ist Halbvulkanier – was auch aufgrund der spitzen Ohren und Augenbrauen leicht erkenntlich ist. Eine wesentliche Eigenschaft der Vulkanier ist die Abkehr von Emotionen, sodass sie eine streng logische Denkweise verfolgen.
Captain James Tiberius Kirk (rechts) ist der Kapitän des Raumschiffes Enterprise. Er führt die Crew dahin, wo zuvor noch kein Mensch war. Commander Mr. Spock (links) ist Halbvulkanier – was auch aufgrund der spitzen Ohren und Augenbrauen leicht erkenntlich ist. Eine wesentliche Eigenschaft der Vulkanier ist die Abkehr von Emotionen, sodass sie eine streng logische Denkweise verfolgen.

1969 folgte bereits die Einstellung der Serie: Was waren die Gründe dafür?


Herbers: Trotz aller Begeisterung einer Gruppe „eingefleischter“ Fans blieb die Zuschauergruppe insgesamt dennoch klein, sodass sich die Produktion der Sendung für den Sender NBC ökonomisch nicht rechtfertigte – die Einschaltquote war schlichtweg zu gering. So kam es zunächst zu Budgetkürzungen, die sich auch auf die Qualität der Episoden auswirkten. Nach drei Staffeln und über 60 Folgen kam es dann zur Einstellung der Serie – den Protesten der Fans zum Trotz.


Parallel dazu flog im deutschen Fernsehen erstmals das Raumschiff Orion in der Serie „Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion“ über die Bildschirme – mit bis zu 56 Prozent Einschaltquote ein regelrechter Straßenfeger: Gibt es dafür eine Erklärung?


Herbers: Ich denke, die Erfolgsgründe ähneln denen von Star Trek, wobei in der nur sieben Episoden umfassenden Mini-Serie „Raumpatrouille“ noch humoreske Elemente hinzukommen. Auch hier gibt es eine unerschrockene Raumschiffcrew, die sich den Gefahren des Weltalls stellt, aber dies immer auch mit einem Lächeln auf den Lippen macht. Kombiniert mit einer damals sehr elaborierten Tricktechnik, gut geschriebenen Stories und interessanten Charakteren zog die Serie auch Zuschauer vor den Fernseher, die sich sonst nicht mit dem Genre beschäftigten – ähnlich wie heute etwa das Erfolgsformat „Game of Thrones“. Die Serie war einfach sogenanntes „must-see-television“, etwas, das man gesehen haben musste, um mitreden zu können.

Es ist ein ewiger Kampf: Star Wars punktet mit ikonischen Bildern und Tönen, der ewige Rivale Star Trek mit Mut zur Utopie, Progressivität und Charakterzeichnung. Während Star Wars seit Beginn der Serie auf brachiale Schlachten und imposante Bilder setzt, bleibt die Story der George Lucas-Filme doch eher flach und belebt den Kampf von David gegen Goliath Episode für Episode wieder. Die Trekkies hingegen setzten bereits in ihrem Debüt auf unterschwellige, politische Botschaften und Innovationen: Mitten im Kalten Krieg durfte der Russe Pavel Chekov die Waffen des in den USA als amerikanisch verstandenen Flaggschiffes der Forscher abfeuern. Am Steuer saß mit Hikaru Sulu ein Vertreter Japans. Das Funkgerät bediente mit Nichelle Nichols nicht nur eine Frau, sondern eine afroamerikanischer Herkunft obendrein.
Es ist ein ewiger Kampf: Star Wars punktet mit ikonischen Bildern und Tönen, der ewige Rivale Star Trek mit Mut zur Utopie, Progressivität und Charakterzeichnung. Während Star Wars seit Beginn der Serie auf brachiale Schlachten und imposante Bilder setzt, bleibt die Story der George Lucas-Filme doch eher flach und belebt den Kampf von David gegen Goliath Episode für Episode wieder. Die Trekkies hingegen setzten bereits in ihrem Debüt auf unterschwellige, politische Botschaften und Innovationen: Mitten im Kalten Krieg durfte der Russe Pavel Chekov die Waffen des in den USA als amerikanisch verstandenen Flaggschiffes der Forscher abfeuern. Am Steuer saß mit Hikaru Sulu ein Vertreter Japans. Das Funkgerät bediente mit Nichelle Nichols nicht nur eine Frau, sondern eine afroamerikanischer Herkunft obendrein.

Was sind Unterschiede, was Gemeinsamkeiten der beiden Kultserien?


Herbers: Die Serien sind ähnlich angelegt: Sie spielen in einer näheren Zukunft, in der die Menschheit die Raumfahrt beherrscht und die Weiten des Weltalls durchforstet. In beiden Formaten hat sich die menschliche Zivilisation zu einer friedlichen Föderation entwickelt, die viele soziale Probleme überwunden hat und nun gemeinsam das neue Ziel der Weltraumerkundung vornimmt. Dies zeigt sich an den betont internationalen Crews, die sowohl auf der Orion als auch auf der Enterprise dienen. Während Star Trek allerdings mehr den Fokus auf die Exploration des Weltalls legt, geht es auf dem Raumschiff Orion eher militärischer zu, in dem etwa die außerirdischen „Frogs“ offen bekämpft werden.

Mit der Macht der Fans zum Fernseh-Comeback

Zurück zum Star Trek-Universum. 1987 feierte die wesentlich erfolgreichere US-amerikanische Serienproduktion „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“ Premiere: Was war in der Zwischenzeit geschehen?


Herbers: Obwohl die Fernsehserie Star Trek gegen Ende der 1960er-Jahre abgesetzt wurde, blieben die Fans ihr treu: Es bildeten sich Fanclubs, und eigene Fanzines wurden gegründet. Auch Conventions fanden regelmäßig statt. Die beliebten Figuren der Serie fanden eine neue Heimat auf der Kinoleinwand und wurden dort fortgeschrieben. Daneben wurde die Serie ständig wiederholt. Die sehr aktiven und ständig wachsenden Fans überzeugten schließlich die Fernsehverantwortlichen, die Serie wiederzubeleben – allerdings nicht mehr mit den alten Schauspielern. Man verlegte das Star Trek-Universum einige Jahrhunderte weiter in die Zukunft und ließ eine neue Crew auf dem Nachfolgemodell der ersten Enterprise durch das Weltall fliegen.

Sie heißen Sternenwarte Wilhelmshaven, Starfleet oder TrekZone Network – tausende Fanclubs, Vereine und Messen begeistern sich regelmäßig für die Faszination, die vom Star Trek-Universum ausgeht. Die Fans der Serien nennen sich Trekkies und treffen Gleichgesinnte und ihre Idole häufig auf Conventions wie der weltbekannten deutschen „Federation Convention“, die seit 1992 jährlich zum Trekkie-Publikumsmagnet wird. Dass Star Trek-Fans treu sind, zeigen die sensationellen Umsätze von Kinokarten und Merchandising: Regelmäßig spülen allein die Kinobesuche über 400 Millionen US-Dollar pro Film in die Kassen der verantwortlichen Studios.
Sie heißen Sternenwarte Wilhelmshaven, Starfleet oder TrekZone Network – tausende Fanclubs, Vereine und Messen begeistern sich regelmäßig für die Faszination, die vom Star Trek-Universum ausgeht. Die Fans der Serien nennen sich Trekkies und treffen Gleichgesinnte und ihre Idole häufig auf Conventions wie der weltbekannten deutschen „Federation Convention“, die seit 1992 jährlich zum Trekkie-Publikumsmagnet wird. Dass Star Trek-Fans treu sind, zeigen die sensationellen Umsätze von Kinokarten und Merchandising: Regelmäßig spülen allein die Kinobesuche über 400 Millionen US-Dollar pro Film in die Kassen der verantwortlichen Studios.

Auch wenn zwischen den beiden Serien 20 Jahre liegen: Gibt es dennoch wiederkehrende Muster bezüglich der Besatzungsmitglieder und deren Charakterzüge?


Herbers: Grundlegend ähneln sich die Besatzungen der „alten“ und der „neuen“ Enterprise in ihrem formalen Aufbau. Wir haben die jeweiligen Kapitäne James T. Kirk und Jean-Luc Picard, deren erste Offiziere Mr. Spock und William T. Riker, die Schiffsärzte Leonard McCoy und Beverly Crusher und so weiter. Ähnlichkeiten finden sich auch in den Charakterzügen einzelner Figuren. So finden sich auf beiden Schiffen „weltfremde“ Figuren, die zwar hochintelligent sind, aber mit menschlichen Emotionen ihre Probleme haben: Spock und Data. Spocks Vater ist Vulkanier und damit Teil einer außerirdischen Gesellschaft, die Emotionen unterdrückt und streng logisches Denken bevorzugt. Data ist ein Androide, eine künstliche Intelligenz, die nur logisch Denken kann und keine Emotionen erkennt. In beiden Crews finden sich darüber hinaus engagierte Tüftler, die nahezu jedes technische Problem lösen können: Montgomery Scott, Chefingenieur der „alten“ Enterprise, und Geordi La Forge, Chefingenieur der „neuen“ Enterprise, kennen jede Schraube auf ihrem Schiff und haben ein enormes Fachwissen und keine Angst vor Überstunden. Als neuer Zuschauer kann man sich so schnell mit der neuen Crew anfreunden, ohne bereits ein Fan der ersten Stunde gewesen zu sein.

Science Fiction oder Realität?

Als die Serie in den 1960er-Jahren startete, war vieles Science Fiction: Welche Ideen sind 50 Jahre später Realität geworden?


Herbers: Erstaunlich wenig, was gezeigt wurde, ist tatsächlich Realität geworden: sowohl technisch als auch sozial. Gerade auf technischer Ebene werden immer wieder Beiträge veröffentlicht, die zeigen, warum die „Physik von Star Trek“ nicht funktioniert – in naturwissenschaftlichen Instituten ist dies auch gerne Thema für eine Weihnachtsvorlesung. Daneben gibt es aber auch ernsthafte wissenschaftliche Überlegungen, die gerade die kosmologischen Aspekte von Star Trek als Anlass zur Forschung nehmen. Dabei ist die Fachzeitschrift „Physical Review, Series D“ ein Vorreiter, denn viele der darin veröffentlichten Beiträge beruhen auf „Selbstverständlichkeiten“ aus dem Star Trek-Universum wie der Überlichtgeschwindigkeit oder dem Beamen. Auf der sozialen Ebene ist ebenfalls nicht mehr umgesetzt worden: Sind im 23. Jahrhundert die meisten Probleme der Menschheit wie soziale Ungleichheit, Rassismus, Sexismus oder die negativen Auswirkungen des Kapitalismus bereits längst Geschichte, so sind wir gegenwärtig weit von diesen Entwürfen entfernt. Lediglich das Design der Serie hat seine realweltlichen Entsprechungen gefunden – etwa die tragbaren Tricorder, die den heutigen Tablet-Computern Pate gestanden haben. Der Übergang von Fiction zum Fact ist also eher schwierig – aber man kann weiterhin hoffen, tüfteln und forschen.

Man nehme: Drei schwule Astronauten, eine große Portion Humor und jede Menge Anspielungen auf die erfolgreichsten Filme der Welt – fertig ist die ideale Parodie von Star Trek und seinem Raumschiff Enterprise: „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“ feierte 2004 unter der Regie von Michael „Bully“ Herbig nahezu ungeahnte Kinoerfolge: Mit insgesamt 9,165 Millionen Besuchern ist er der dritterfolgreichste deutsche Film seit Beginn der Zuschauerzahlenerfassung im Jahr 1980. Vor ihn schaften es nur „Otto – Der Film“ und „Der Schuh des Manitu“ – ebenfalls von Michael „Bully“ Herbig produziert.
Man nehme: Drei schwule Astronauten, eine große Portion Humor und jede Menge Anspielungen auf die erfolgreichsten Filme der Welt – fertig ist die ideale Parodie von Star Trek und seinem Raumschiff Enterprise: „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“ feierte 2004 unter der Regie von Michael „Bully“ Herbig nahezu ungeahnte Kinoerfolge: Mit insgesamt 9,165 Millionen Besuchern ist er der dritterfolgreichste deutsche Film seit Beginn der Zuschauerzahlenerfassung im Jahr 1980. Vor ihn schaften es nur „Otto – Der Film“ und „Der Schuh des Manitu“ – ebenfalls von Michael „Bully“ Herbig produziert.

Was denken Sie? Überdauert das Star Trek-Universum auch die nächsten 50 Jahre?


Herbers: Ich denke, dass sich das Star Trek-Universum weiter halten wird, da Science Fiction – zumindest in ihren Grundzügen – auch Mainstream geworden ist. Der Reboot von „Star Trek: The Original Series“ hat gezeigt, dass die Figuren und Geschichten auch neu adaptiert werden können und interessant bleiben. Das fiktionale Universum breitet sich zudem immer weiter aus: Die Fans sind lebhaft und schreiben Fan Fiction, betreiben Cosplay oder drehen ihre eigenen Filme. Institutionalisierte Veranstaltungen wie die „Comic Convention“ in den USA oder in Deutschland, Fan-Projekte wie das Star Trek-Wiki „Memory Alpha“ oder Referenzen, wie sie in anderen Serien wie „The Big Bang Theory“ gegeben werden, halten das Projekt Star Trek am Leben und lassen auch für kommende Generationen Entfaltungsraum – die unendlichen Weiten des Weltraums müssen schließlich noch entdeckt werden.


Eine persönliche Frage zum Ende: Kirk oder Picard?


Herbers: Definitiv Jean-Luc Picard! Zwar fehlt ihm der Mut eines James T. Kirk, aber das macht er mit diplomatischem Geschick, Besonnenheit und einer Tasse Tee wieder wett.

Titelbild: 

| skeeze / pixabay.com (CC0 Public Domain)


Bilder im Text: 

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| herbX film / bullybase.de (Pressematerial)


Redaktionelle Umsetzung: Florian Gehm und Alina Zimmermann

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